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Gaspreise für Neukunden erreichen neuen Höchststand

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Für Neukundinnen und Neukunden kosten die günstigsten von Finanztip empfohlenen Gastarife mit zwölf Monaten Preisgarantie im Schnitt 11,56 Cent pro Kilowattstunde. Im Februar 2026 lag der Preis vor Beginn des Iran-Kriegs bei rund 9,4 Cent pro Kilowattstunde. Das entspricht einem Anstieg von rund 23 Prozent. Stand der Auswertung ist der 17. August.

Barometer zeigt Anstieg seit März

Noch Anfang März lagen die Preise deutlich niedriger. Von Finanztip empfohlene Tarife mit zwölf Monaten Preisgarantie kosteten im Durchschnitt 9,34 Cent pro Kilowattstunde. Am 17. März erreichte der Durchschnitt bereits 10,47 Cent pro Kilowattstunde. Damit liegt der aktuelle Wert so hoch wie seit Anfang März 2023 nicht mehr. Damals kostete Gas im Schnitt 12,05 Cent pro Kilowattstunde.

Für das Gaspreis-Barometer erhebt Finanztip seit Juli 2022 wöchentlich Daten für mehr als 100 Orte in Deutschland. Das Barometer bildet jeweils einen Mittelwert aus den drei günstigsten empfohlenen Tarifen. Grund- und Arbeitspreis fließen ein. Neukundenboni fließen nicht ein.

Krise im Nahen Osten treibt den Gasmarkt

Finanztip führt den jüngsten Preisanstieg unter anderem auf höhere Preise am europäischen Gasmarkt zurück. „Deutschland ist bei seiner Gasversorgung zwar nicht unmittelbar von Lieferungen aus dem Nahen Osten abhängig“, sagt Benjamin Weigl, Finanztip-Experte für Energie. „Trotzdem schlagen die dortigen kriegerischen Auseinandersetzungen auf die Preise an den internationalen Gasmärkten durch – und belasten nun auch die deutschen Gaskundinnen und -kunden.“

Ein wichtiger Referenzwert für den europäischen Gaspreis ist der niederländische Handelsplatz TTF. Dort lagen die Gaspreise im vergangenen Winter noch relativ stabil bei rund 30 Euro je Megawattstunde. Seit Beginn des Iran-Kriegs schwanken sie stark um rund 50 Euro je Megawattstunde. Der Anstieg entspricht umgerechnet etwa 2 Cent pro Kilowattstunde. Geben Gasanbieter diese höheren Einkaufspreise an ihre Kunden weiter, steigen die Kosten für einen Beispielhaushalt mit 100 Quadratmetern beheizter Wohnfläche und einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden Gas um rund 300 Euro pro Jahr.

Haushalte prüfen Tarife vor dem Winter

„Wie sich die Gaspreise in den kommenden Monaten entwickeln, lässt sich angesichts der geopolitischen Lage nicht verlässlich vorhersagen“, erklärt Weigl. „Wer für den kommenden Winter Planungssicherheit möchte, kann sich jetzt einen Tarif mit zwölf Monaten Preisgarantie sichern. Darauf zu setzen, dass Gas kurzfristig wieder deutlich billiger wird, ist eine Wette.“

Finanztip empfiehlt Verbraucherinnen und Verbrauchern, vor dem Winter die Preise im laufenden Gastarif mit den aktuellen Angeboten zu vergleichen. Vor allem Haushalte in der teuren Grundversorgung können oft mehrere Hundert Euro im Jahr sparen. Ein Beispielhaushalt mit 15.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch spart beim Wechsel aus der Grundversorgung zu einem günstigeren Tarif im Schnitt 276 Euro pro Jahr. 

Im Finanztip-Gasvergleich können Haushalte verfügbare Tarife an ihrem Wohnort vergleichen. Finanztip berücksichtigt dabei verbraucherfreundliche Kriterien und schließt Anbieter aus, die bereits negativ aufgefallen sind.

Netzentgelte und CO2-Kosten erhöhen Druck

Finanztip verweist neben der kurzfristigen Preisentwicklung auf langfristige Kosten: „Die Gaspreise werden perspektivisch durch steigende Netzentgelte und CO2-Kosten zusätzlich unter Druck geraten“, resümiert Weigl. Er empfiehlt: „Eigentümer mit Gasheizung sollten sich informieren, wie der Umstieg auf eine klimafreundlichere Heizung, etwa eine Wärmepumpe, gelingen kann.“

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