Kreisaltenheim erweitert Pflegeplätze und Technik
Im ersten Bauabschnitt hat das Kreisaltenheim Wildeshausen ein zweigeschossiges Bettenhaus und einen Verbindungstrakt als neuen Haupteingang errichtet. So entstanden 20 zusätzliche Pflegeplätze in Einzelzimmern. Zugleich modernisierte die Einrichtung Aufenthaltsbereiche, Funktionsräume und die technische Infrastruktur. Das teilt die Ingenieurbüro Heimsch (Ibh) aus Rastede mit, die die technische Gebäudeausrüstung plante.
Erweiterung ergänzt den Bestand
Das Kreisaltenheim betreut insgesamt 75 ältere Menschen mit geistigen und psychischen Beeinträchtigungen. Die Baumaßnahme soll den Bewohnerinnen und Bewohnern ein möglichst selbstständiges Leben in einer zeitgemäßen und barrierefreien Umgebung ermöglichen.
Der Erweiterungsbau entstand als KfW-Effizienzhaus. Er umfasst neben den Pflegezimmern auch Aufenthalts- und Nebenräume. Parallel dazu wurden Anpassungen im Bestandsgebäude vorgenommen.
Die Zusammenarbeit mit dem Bezirksverband Oldenburg lief über den ersten Bauabschnitt hinaus weiter. Mit dem inzwischen abgeschlossenen Umbau von Haus B wurde ein weiterer Bauabschnitt realisiert. Dabei wurden Bewohnerzimmer, Sanitärbereiche sowie die zentrale Lüftungstechnik modernisiert. Zudem erneuerte das Kreisaltenheim Funktionsräume für den Pflegebetrieb. Der modernisierte Gebäudeteil ging zum 1. Juli 2026 in Betrieb.
Sanitärtechnik unterstützt den Pflegealltag
Die 20 Einzelzimmer verfügen über barrierefreie Pflegebäder. Dazu gehören bodengleiche Duschen mit Handlaufsystemen, unterfahrbare Waschtische sowie Armaturen mit thermischem Verbrühungsschutz. Hinzu kommen spülrandlose WCs mit Halte- und Stützsystemen.
Auf beiden Etagen wurden Fäkalienräume eingerichtet. Sie sind mit Pflegekombinationen ausgestattet, die einen Steckbecken-Spül- und Desinfektionsapparat mit mikroprozessorgesteuerter Bedienung umfassen. Zusätzliche Ausgussbecken und Waschtische unterstützen die hygienischen Abläufe im Pflegebetrieb. Trinkwasserstationen in den Aufenthaltsbereichen sowie eine frostsichere Außenzapfstelle ergänzen die Ausstattung.
Wärmepumpen übernehmen die Wärmeversorgung
Ein zentraler Baustein des Energiekonzeptes ist die Wärmepumpentechnik. Zwei Luft/Wasser-Wärmepumpen mit jeweils 37 Kilowatt Leistung versorgen das Gebäude mit Heizwärme und Warmwasser. Ergänzt wird das System durch eine Wasser/Wasser-Boosterwärmepumpe mit 20 Kilowatt Leistung.
Die technischen Anlagen wurden in einer Technikzentrale im Dachgeschoss untergebracht. Die Außeneinheiten befinden sich auf dem Dach des Verbindungstraktes. Zur Speicherung der erzeugten Wärme wurden vier Niedertemperaturspeicher mit jeweils 816 Litern sowie ein Hochtemperaturspeicher mit 957 Litern installiert.
Die Trinkwassererwärmung erfolgt über einen Wasser-Wasser-Durchlauferhitzer mit automatisierter thermischer Desinfektionsfunktion. Im Neubau verteilt eine flächendeckende Fußbodenheizung die Wärme.
Lüftungsgeräte versorgen die Zimmer
Bei der Lüftung erhielt jedes Bewohnerzimmer ein eigenes dezentrales Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung und integriertem Anschluss für die Entlüftung des Badezimmers. Die Geräte sichern eine kontinuierliche Frischluftversorgung.
Zusätzliche Wohnungslüftungsgeräte versorgen die Lager- und Fäkalienräume mit Zu- und Abluft. Im Dienstzimmer wurde außerdem ein Split-Klimagerät installiert.
Rigole hält Regenwasser zurück
Auch die Außenanlagen wurden in das Konzept einbezogen. Östlich des Neubaus wurde ein Füllkörperrigolensystem installiert. Die kiesfreie Rigole hält Niederschlagswasser von den Dachflächen zurück, speichert es zwischen und lässt es kontrolliert versickern. Dadurch wird die Kanalisation entlastet und der natürliche Wasserkreislauf unterstützt.
Jens Schloßhauer, Geschäftsführer vom Ingenieurbüro Heimsch, erklärt: „Mit der Erweiterung des Kreisaltenheims entstand nicht nur zusätzlicher Wohnraum für pflegebedürftige Menschen, sondern auch eine zukunftsfähige technische Infrastruktur, die Komfort, Energieeffizienz und Betriebssicherheit miteinander verbindet“
