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Arbeitsmarkt: Fachkräftemangel zieht wieder an

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Der Fachkräftemangel in Deutschland hat im Juli 2026 wieder leicht zugenommen. Laut einer Erhebung des ifo Instituts gaben 23,2 % der befragten Unternehmen an, dass ihnen qualifizierte Arbeitskräfte fehlen. Im April lag dieser Anteil noch bei 21,1 %. Trotz dieses Anstiegs befindet sich der aktuelle Fachkräftemangel weiterhin unter dem langfristigen Durchschnitt von 31,7 %.

Daria Schaller, ifo-Forscherin, ordnet die Entwicklung ein: „Die schwache Konjunktur hält den Fachkräftebedarf derzeit in Grenzen.“ Sie prognostiziert jedoch, dass „mit einer stärkeren wirtschaftlichen Erholung der Fachkräftemangel aber wieder deutlicher zunehmen dürfte.“

Branchenspezifische Entwicklungen

Der Dienstleistungssektor verzeichnete im Juli einen nahezu unveränderten Anteil von 25,7 % an Unternehmen mit Fachkräftemangel. Innerhalb dieses Sektors gab es jedoch deutliche Verschiebungen: In der Telekommunikationsbranche stieg der Anteil von 16,3 auf 31,1 % und erreichte damit den höchsten Wert seit Oktober 2023. Auch in der Rechts- und Steuerberatung sowie der Wirtschaftsprüfung war ein kräftiger Anstieg von 52,4 auf 64,7 % zu verzeichnen.

Im Handel bleibt der Fachkräftemangel mit 16,2 % auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Die Industrie meldete einen Anstieg von 4,5 Prozentpunkten im Vergleich zum April, sodass hier nun 18,7 % der Unternehmen von fehlenden Fachkräften betroffen sind. Besonders die Papierindustrie hat Schwierigkeiten, adäquat ausgebildete Mitarbeiter zu finden, mit einem Anteil von 35 %. Im Bauhauptgewerbe berichtet fast jedes dritte Unternehmen (32,6 %) von Fachkräftemangel.

Qualifikation und Bedarfsdeckung

Die ifo-Forscherin weist darauf hin, dass ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen nicht automatisch eine höhere Verfügbarkeit von Fachkräften bedeutet. „Entscheidend ist, ob Qualifikation und Anforderungen der offenen Stellen zusammenpassen“, resümiert Schaller. 

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