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PV-Preise: EEG 2027, Vorzieheffekte und globale Nachfrageverschiebungen

Martin Schachinger
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Während Europa überhitzt, kühlen die Modulpreise ab: Eine Hitzewelle folgt der anderen, immer neue Temperaturrekorde werden gemessen. Wälder brennen und Flüsse trocknen selbst in gemäßigten Klimazonen aus – was bis vor Kurzem noch wie eine Dystopie aus einem mittelmäßigen Science-Fiction-Roman klang, ist in diesem Sommer leider bittere Realität geworden. 

Europa bekommt die Folgen des Klimawandels schmerzlich zu spüren. Demensprechend hoch ist die Nachfrage nach Klimaanlagen oder Wärmepumpen, die im Bedarfsfalle auch Kühlung anbieten können. Sowohl in Privathaushalten als auch in öffentlichen Gebäuden und in Gewerbe und Industrie steigt der Strombedarf dadurch vehement. Hohe Energiekosten sind zu befürchten, insbesondere wenn die konventionelle Energielieferung aus Kohle, Gas und Atom wegen der hohen Temperaturen und anhaltenden Krisen weltweit ins Stocken gerät.

Nichts läge da näher, als die Energiewende hin zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren zu forcieren und zur Chefsache zu machen. Doch die Regierungen hüllen sich in Schweigen, versprechen allenfalls kurzfristige Maßnahmen zur Milderung der Klimawandelfolgen, ohne das große Ganze ins Auge fassen zu wollen. Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass die Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen zwar aktuell nicht nachlässt, aber auch nicht exponentiell ansteigt. Es ist sogar zu vernehmen, dass der stagnierende Absatz von Solarmodulen vor allem gewissen Vorzieheffekten zu verdanken ist. Abnehmer in verschiedenen Regionen der Welt erwarten nämlich für das kommende Jahr - wenn nicht sogar schon ab dem vierten Quartal diesen Jahres - eine deutliche Verschlechterung der Bedingungen für die Investition und Installation.

Kaum Veränderung bei den Modulpreisen

Dennoch gibt es kaum Veränderungen bei den Modulpreisen, vereinzelt fallen diese sogar wieder. Produktionsüberhänge müssen abgebaut werden, was Druck auf die Marktpreise ausübt, insbesondere von Modulen für große Dachanlagen und Freiflächenprojekte. Diese Typen werden im Index im Wesentlichen durch die Preisgruppe „Mainstream“ abgebildet. Hier war in diesem Monat jedoch eine Anpassung der Erhebungsgrundlage nötig. Die bisherige Wirkungsgrad-Grenze zwischen dieser und der Gruppe „High Efficiency“ von 23 Prozent hat durch die kontinuierliche technische Weiterentwicklung dazu geführt, dass kaum noch Preispunkte im Bereich „Mainstream“ erhoben werden konnten. Aus diesem Grund verläuft die Trennung ab sofort bei 23,5 Prozent Moduleffizienz, was bei Modulen für Kleinanlagen einer Nennleistung von etwa 470 Wattpeak entspricht. Bei Modulen für die Freifläche reden wir – je nach Formfaktor – nur noch über Modulleistungen jenseits der 635 beziehungsweise 730 Watt, die nun der Gruppe „High Efficiency“ zugeschrieben werden.

Resultierend aus dieser Neudefinition rutschen Solarmodule mit Wirkungsgraden unterhalb 23,5 Prozent von einer in die andere Klasse und verfälschen so den dargestellten Preisverlauf etwas. Produkte mit geringerer Effizienz werden ja üblicherweise preiswerter angeboten als Produkte mit höherer Effizienz. Ohne diese notwendige Anpassung läge der Preispunkt für hocheffiziente Module im August auf demselben Niveau wie im Vormonat, während sich weniger effiziente Produkte etwas verbilligt hätten beziehungsweise haben. Viel weiter abwärts geht es laut Aussage der Hersteller aus obengenanntem Grund in diesem Jahr aber nicht mehr. Ob sich die Prognose bewahrheitet, hängt zumindest in Deutschland davon ab, wie es nach der Sommerpause mit dem EEG 2027 und dem Netzpaket weitergeht

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