Großflächige Fenster bringen mehr Tageslicht und solare Wärmegewinne

Helle Räume, freie Sicht nach draußen und möglichst viel natürliches Licht: Große Fensterflächen prägen die moderne Architektur und sorgen für mehr Wohnqualität. Doch bodentiefe und großformatige Verglasungen können noch mehr. Richtig geplant, nutzen sie im Winter solare Gewinne und tragen damit sogar zur Wärmeversorgung des Gebäudes bei. Wie Sie mehr Tageslicht ins Haus lassen, erklärt der Verband Fenster + Fassade (VFF).
Wie Tageslicht Räume verändert
Wenn die Sonne durch großzügige Fenster fällt, wirken die Wohnräume freundlicher und lebendiger. Gleichzeitig verändert sich die Lichtstimmung im Laufe des Tages: Morgens fällt das Licht anders in den Raum als am Nachmittag, bei Sonnenschein anders als bei bewölktem Himmel. So erleben wir auch drinnen den natürlichen Wechsel von Tageszeit und Wetter. Das unterstützt unseren Biorhythmus und hilft dem Körper dabei, tagsüber aktiv zu sein und abends zur Ruhe zu kommen.
„Natürliches Licht trägt wesentlich dazu bei, dass wir uns in unseren eigenen vier Wänden wohlfühlen. Deshalb lohnt es sich sowohl beim Neubau als auch bei einer Sanierung, großzügige Fensterflächen einzuplanen“, erklärt Frank Lange, VFF-Geschäftsführer.
Großer Ausblick oder Licht für dunkle Ecken?
Wie mehr Tageslicht ins Haus kommt, hängt davon ab, wo es gebraucht wird. Wer beispielsweise Wohnzimmer oder Essbereich zur Terrasse oder Balkon öffnen möchte, kann auf bodentiefe Fenster oder Hebe-Schiebetüren setzen. Ihre großen Glasflächen schaffen freie Sicht nach draußen und lassen Innen- und Außenbereich optisch miteinander verschmelzen. Bei Hebe-Schiebetüren lässt sich der große Flügel zudem bequem zur Seite schieben. So wird der Weg zur Terrasse und zum Balkon frei.
Soll dagegen möglichst viel Glas auf begrenztem Raum untergebracht werden, bieten sich Festverglasungen an. Da sie keinen beweglichen Fensterflügel benötigen, kommen sie mit besonders schlanken Rahmen aus. Mehrere Elemente können außerdem zu breiten Fensterbändern kombiniert werden und so viel Licht über eine größere Wandfläche hereinlassen.
Auch dort, wo für große Fenster wenig Platz ist, muss es nicht dunkel bleiben. Oberlichter bringen Tageslicht aus größerer Höhe in den Raum. Das Licht kann dadurch weit ins Innere gelangen. Solche Lösungen eignen sich beispielsweise für Treppenhäuser und Flure, aber auch für Räume, in denen Schränke, Küchenzeilen oder andere Einbauten größere Fensterflächen erschweren.
Sonne heizt im Winter mit
Große Fensterflächen können in der kalten Jahreszeit noch einen weiteren Vorteil ausspielen: Scheint die Wintersonne durch die Verglasung, gelangt kostenlose Sonnenwärme ins Haus. Bei modernen, gut gedämmten Fenstern kann an sonnigen Tagen mehr Wärme durch die Sonnenstrahlen hereinkommen, als über das Fenster verloren geht. Der Raum erwärmt sich und die Heizung wird entlastet.
„Diese solaren Gewinne können einen wertvollen Beitrag zur Energiebilanz eines Hauses leisten“, erklärt Lange. „Dabei sollte auf den Wärmeschutz des Fensters geachtet werden, der im U-Wert angegeben wird. Hier gilt: Je niedriger, desto besser. Liegt er bei maximal 0,95 W/(m²K) kann der Einbau neuer Fenster auch staatlich gefördert werden.“
Auch die vorhandene Bausubstanz spielt bei einer Sanierung eine Rolle. Fenster, Außenwand, Leibungen, Fensterbänke und Sonnenschutz sollten deshalb nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Ein qualifizierter Fensterfachbetrieb kann prüfen, welche Lösung zum jeweiligen Gebäude passt und wie sich große Glasflächen energetisch sinnvoll realisieren lassen.
Viel Glas braucht guten Sonnenschutz
Was im Winter willkommen ist, kann im Hochsommer allerdings schnell zu viel werden. Je größer die Glasfläche, desto wichtiger ist deshalb ein wirksamer Sonnenschutz. Besonders effektiv sind außenliegende Lösungen wie Rollläden, Raffstores oder Markisen. Sie halten einen großen Teil der Sonnenenergie bereits vor der Fensterscheibe ab und verhindern so, dass sich die Räume unnötig aufheizen. Dabei muss die Aussicht nicht verschwinden. Raffstores beispielsweise können direktes Sonnenlicht abschirmen und gleichzeitig Tageslicht in den Raum lenken.
Noch komfortabler wird es mit einer automatischen Steuerung. Sensoren und Smart-Home-Systeme können Rollläden oder Raffstores abhängig von Sonnenstand, Temperatur und Tageszeit selbstständig bewegen. So lässt sich im Winter möglichst viel Sonnenwärme nutzen, während im Sommer rechtzeitig verschattet wird.
Fördermittel nutzen
Für neue Fenster können unter bestimmten Voraussetzungen Förderprogramme in Frage kommen. Wichtig ist: Nach der Abstimmung mit dem Fachbetrieb wird zunächst ein Auftrag unter Fördervorbehalt erteilt. Danach kann der Förderantrag gestellt werden. Mit der Förderzusage wird der Auftrag verbindlich. Eigentümer sollten sich deshalb frühzeitig informieren und die Förderfähigkeit mit dem Fachbetrieb oder einer Beratungsstelle klären.
Eine erste Orientierung bietet das Wissensportal „Fenster können mehr“. Dort finden Interessierte Informationen rund um moderne Fenster und Türen, Hinweise zu möglichen Fördermitteln sowie Unterstützung bei der Suche nach qualifizierten Fachbetrieben in der Nähe.
