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Klimawandel und Trinkwasser: Oberflächengewässer sind bislang am stärksten betroffen

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Der Klimawandel wirkt sich nicht nur auf die verfügbare Wassermenge aus, sondern kann auch die Qualität von Roh- und Trinkwasser beeinträchtigen. Das Projekt KLIWAQ hat untersucht, welche Folgen für die Wasserqualität in Deutschland zu erwarten sind. Das zentrale Ergebnis: Oberflächengewässer sind bisher am stärksten betroffen – häufigste Auswirkung sind Temperaturveränderungen.

Während die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserquantität bereits ausführlich untersucht wurden, nahm das Projekt KLIWAQ die Folgen für die Qualität des Roh- und Trinkwassers in den Blick. Das Vorhaben ist Teil des DVGW-Zukunftsprogramms Wasser und wurde zwischen Januar 2022 und Dezember 2023 durchgeführt. Beteiligt waren das TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser und das IWW Institut für Wasserforschung.

Ergebnisse: Quantität wichtiger als Qualität – bislang

Generell berichteten die befragten Wasserversorger deutlich häufiger von Quantitätsveränderungen (39,9 Prozent) als von Qualitätsveränderungen (11,8 Prozent) im Rohwasser.

Bei den Qualitätsveränderungen zeigte sich eine klare Reihenfolge nach Rohwasserart: Im Porengrundwasser traten mit 4,7 Prozent die wenigsten Veränderungen auf, gefolgt von Kluft-/Karstgrundwasser (13,0 Prozent) und Uferfiltrat (20,0 Prozent). Am häufigsten wurden Qualitätsänderungen im Oberflächenwasser beobachtet (42,9 Prozent). Erklärt wird dies durch die unterschiedlichen Reaktionszeiträume: In Oberflächengewässern werden Klimafolgen am schnellsten und direktesten spürbar, während sich Veränderungen im Grundwasser erst mit zeitlicher Verzögerung zeigen.

Als mit Abstand häufigste Auswirkung nannten die Wasserversorger bei allen Rohwasserarten Temperaturveränderungen. Daneben traten unter anderem erhöhte Trübungswerte, Algen- und Cyanobakterienblüten sowie häufigere Befunde mikrobiologischer Parameter auf.

Was bringt die Zukunft?

Auf die Frage, ob sie künftig eine klimabedingte Zunahme der Qualitätsveränderungen erwarten, antworteten 44,9 Prozent aller Teilnehmenden mit Ja, 49,4 Prozent mit Nein. Beim Oberflächenwasser rechnen mit 57,1 Prozent die meisten Wasserversorger mit einer Zunahme. Auch die Nutzer von Grundwasser befürchten, dass die im Oberflächengewässer bereits sichtbaren Veränderungen mit Verzögerung das Grundwasser erreichen werden.

In der Praxis treten bislang vor allem Temperaturveränderungen auf, andere Auswirkungen eher in Einzelfällen – diese können dann jedoch gravierend sein, etwa bei Talsperrenwasserwerken durch massive Waldschäden im Einzugsgebiet. Als wirkungsvolle Maßnahme gegen die meisten Qualitätsveränderungen sehen die Experten eine sichere Wasseraufbereitung. Hierfür seien politischer Wille sowie die Kommunikation mit Verbraucherinnen und Verbrauchern – auch mit Blick auf die Akzeptanz höherer Wasserpreise – entscheidend.

Die detaillierten Projektergebnisse sind in einem Abschlussbericht festgehalten, der im DVGW-Regelwerk Plus eingesehen oder über den wvgw-Shop erworben werden kann.

Methodik: Literaturrecherche, Befragung und Workshop

Für das Projekt wurde zunächst eine Literaturrecherche durchgeführt, bei der über 200 veröffentlichte Studien aus dem Zeitraum 1994 bis 2022 ausgewertet wurden. Anschließend wurde eine Online-Befragung an 1.530 DVGW-Mitgliedsunternehmen versendet; 178 vollständig ausgefüllte Fragebögen gingen ein. Ergänzt wurden die Ergebnisse durch einen eintägigen Workshop mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wasserversorgung, Behörden und DVGW.

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