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Einschraubheizstäbe sorgen für saubere Wärme

Heiko Schwarzburger
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Alle reden von der Wärmewende, seit Jahren. Aber so richtig geht sie nicht voran. Die Wärmepumpe braucht enorme Förderung, um ihren Marktanteil zu steigern. Viele Kommunen setzen auf Fernwärme – obwohl sie bereits heute wissen, dass dieser veraltete Ansatz der zentralen Wärmeversorgung das nächste Millionengrab sein wird.  

Nur die dezentrale Wärmewende bietet die Aussicht, die Kosten für die Versorgung mit Warmwasser und Heizwärme zu senken. Gepaart mit Sonnenstrom von Dach und Fassade sowie mit leistungsstarken Stromspeichern gehört die Zukunft der E-Wärme. Elektrische Heiztechnik nutzt Solarstrom und dynamische Stromtarife aus, um die Wärmeversorgung zu überschaubaren Kosten zu ermöglichen.

Von zentralen Systemen verabschieden

Entscheidend ist nicht nur der Abschied von der zentralen Wärmeversorgung. Damit verbunden ist auch der Abschied von Systemen, die Warmwasser und Heizwärme zugleich bereiten. Warmwasser wird übers Jahr benötigt, der Bedarf hängt im Wesentlichen von der Zahl der Nutzerinnen und Nutzer ab. Heizwärme wird nur im Winter gebraucht. Noch immer werden Wärmepumpen verkauft und installiert, die beide Bedarfe abdecken – wie die Gastherme oder der Ölkessel. Allein darin liegt die Ursache einer erheblichen Energieverschwendung, die sich in überzogenen Kosten für den Betrieb niederschlägt.

Warmwasser und Heizung trennen

Warmwasser elektrisch und möglichst nah an der Zapfstelle zu erzeugen, bietet die Chance, die Temperaturen abzusenken. Denn Legionellenschutz (Aufheizung auf mehr als 70 Grad Celsius) ist erst ab Speichervolumina von drei Litern vorgeschrieben. Speziell auf Warmwasser optimierte Technik senkt die Kosten enorm. Gleiches gilt für die Heizung. Wer modern heizt, wirft die wassergeführte Heizung auf den Schrott. Das geht mit elektrischen Heizkörpern, Infrarotplatten oder Konvektoren viel besser. Denn sie passen nahtlos mit dem Stromspeicher zusammen, der im Winter – wenn wenig Sonnenstrom vorliegt – dynamische Stromtarife für die Wärmeversorgung nutzt.

Erprobte Produkte – made in Europe nutzen

Dafür hält der Markt erprobte Produkte bereit – made in Europe. „Wir haben schon Ende 2017 begonnen, Komponenten für Power-to-Heat zu entwickeln, parallel zu unserem Standardsortiment und unserer OEM-Fertigung“, erzählt Andreas Pirner, der seit damals bei der Schweizer Firma Askoma den Vertrieb und das Marketing leitet. „Am Anfang konnten wir unter anderem mit Fronius gute Entwicklungen beginnen, mit dem Askoheat OP. Parallel haben wir mit der technischen Hochschule in Biel die Entwicklung eines Energiemanagementsystems begonnen. Daraus hat sich unser Askoheat plus entwickelt. Er ist zweiteilig mit Display, als Einschrauber für anderthalb Zoll und Flansch mit 180-Millimeter-Anschluss.

Askoma regelt Heizleistung in vielen Stufen

Die Heizstäbe von Askoma werden in Stufen geregelt. Zur Auswahl stehen drei- bis siebenstufige Heizeinsätze mit 1,75 bis neun Kilowatt. Beim Besuch in Bützberg (bei Langenthal) in der Nähe von Olten wird deutlich, dass es sich um hochwertige Produkte handelt, die umfangreich getestet werden. Sie sind mit elektronischen Steuerungen ausgestattet, um beispielsweise dynamische Stromtarife auszunutzen. Größere Flanscheinsätze mit 240 und 280 Millimetern gibt es von 9,5 bis 20 Kilowatt, sechs- bis 19-stufig. 

„Somit findet der Privatkunde im Wohnhaus, der Gewerbebetrieb oder Landwirt seine passende Leistungsgröße, je nach Speicher und Größe der Photovoltaikanlage“, erklärt Pirner. Askoma beliefert Händler in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, Luxemburg, Niederlande, Dänemark, Norwegen, Tschechien, Polen, Ungarn, Italien, Frankreich und dem Mittleren Osten. „Derzeit entwickeln wir den Vertrieb in Australien, Spanien, Portugal und auf dem Balkan“, sagt Pirner. „Den Markteintritt in Nordamerika prüfen wir gerade.“

Deutschland hinkt hinterher

Das zeigt: Die solarelektrische Wärmewende ist global im Gange, nur in Deutschland ist sie noch nicht wirklich angekommen. Askoma entwickelt und fertigt die Heizstäbe nebst Zubehör in Bützberg. Der unscheinbare Ort liegt im Oberaargau im Kanton Bern. „Gehäuse und Kunststoffteile fertigen wir in unserem Tochterunternehmen in Malaysia, diese werden in die Schweiz geliefert“, erklärt der Experte. „Alle unsere Produkte durchlaufen eine Einzelstückprüfung, elektrisch und im Wasser unter Druck, bevor wir sie an die Kunden versenden.“Schweizer Qualität: Die Kunden sollen die Sicherheit haben, dass alle Produkte zuverlässig sind.

„Wir spüren, dass die Kunden ein hohes Qualitätsbewusstsein entwickeln sowie montagefreundliche und bedienfreundliche Produkte sehr schätzen“, erzählt Andreas Pirner beim Rundgang. „Wir legen sehr großen Wert darauf, diesen Ansprüchen zu folgen und vorausschauend Produkte zu entwickeln, um ihnen weiterhin gerecht zu werden.“

Stromspeicher versorgen Heizstäbe

Derzeit kommt Bewegung in die Wärmewende, vor allem aus der Solarbranche: Die Einspeisevergütung schrumpft, die Eigenverbrauchsoptimierung wird immer wichtiger. Im dynamischen Niedertarif beispielsweise lädt der Askoheat plus 2.0 sehr günstig die Heizwasserspeicher oder Warmwasserboiler mit hohen Temperaturen auf. Mittlerweile hat Askoma die Vielfalt seiner Produkte reduziert, um die Kosten zu senken und die Stückzahlen zu steigern. „Nun fertigen wir ausschließlich den Askoheat plus 2.0. Er löst den bekannten Askoheat plus ab. Die Askowall plus in der 2.0-Version ist noch einfacher zu montieren.“

Solarstrom direkt nutzen

2025 wurde der neue Askoheat DC vorgestellt. Er kommt für die direkte Verbindung zum Solarmodul ohne Wechselrichter zum Einsatz. Der Sonnenstrom (DC) fließt direkt in die Wärme, ohne Umweg durch das AC-Netz im Gebäude. Auf diese Weise kann man die Solaranlage ohne Netzanfrage und ohne Anmeldung bei der Bundesnetzagentur bauen und betreiben. Einfacher geht es kaum. Solche E-Heizstäbe erweitern die Möglichkeiten, die der Installateur seinen Kunden anbieten kann. Sie lassen sich mit Gasthermen und Ölkesseln kombinieren, denn sie werden in den Warmwasserspeicher oder in den Heizungspuffer eingeschraubt. Solange ausreichend Sonnenstrom anliegt, wird die Wärme elektrisch erzeugt. Die fossilen Brenner bleiben aus und kommen erst ins Spiel, wenn es knackig kalt wird.

Kombination mit Wärmepumpen

Auch mit Wärmepumpen lassen sie sich kombinieren. „Wir integrieren in die Software des Askoheat plus 2.0 immer mehr Wärmepumpen verschiedener Hersteller mit ihren Regelungen“, erläutert Pirner. „Die Wärmepumpe hat einen guten COP bei niedrigen Vorlauftemperaturen. Mit dem Heizstab können wir Temperaturen weit über 70 Grad Celsius erreichen. Dies ist notwendig und förderlich für den Schutz gegen Legionellen.“Überschüssigen Sonnenstrom im Sommer für Warmwasser zu nutzen, entlastet die Wärmepumpe. Sie braucht weniger Kompressorstarts, das verlängert ihre Lebensdauer. Der Askoheat plus 2.0 fragt am Kompressor die Leistung ab, zum Beispiel 2,5 Kilowatt. Bis 2,5 Kilowatt übernimmt der Heizstab die Heizfunktion und speichert überschüssigen Solarstrom im Warmwasser.

Flexible Stromtarife zahlen sich aus

Bei höherem Leistungsbedarf übergibt er an die Wärmepumpe. Läuft die Wärmepumpe und ist weiterer Überschussstrom aus der Solaranlage verfügbar, läuft der Askoheat plus 2.0 parallel zur Wärmepumpe. Diese Funktion ist auch bei flexiblen Stromtarifen nutzbar. Askoma kann auch Wärmeleistungen bereitstellen, die Mehrgeschosser oder Firmengebäude versorgen. Für Leistungen bis neun Kilowatt gibt es die Askowall.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Einschraubheizstäbe sind elektrische Heizstäbe, die in Warmwasserspeicher oder Heizungspuffer eingeschraubt werden. Sie ermöglichen eine dezentrale, flexible und saubere Wärmeversorgung, insbesondere in Verbindung mit Solarstrom.
Sie ermöglichen die kostengünstige Umrüstung bestehender Anlagen, nutzen Solarstrom direkt, senken Betriebskosten und machen eine saubere, wartungsarme Wärmeversorgung unabhängig von fossilen Brennstoffen möglich.
Moderne Geräte sind stufen- oder stufenlos regelbar, arbeiten effizient mit Stromspeichern und können sich an dynamische Stromtarife anpassen. Sie lassen sich direkt mit PV-Anlagen koppeln, sowohl mit Wechselstrom (AC) als auch Gleichstrom (DC).
Einschraubheizstäbe können überschüssigen Solarstrom direkt nutzen, etwa über DC-Manager wie Solthor, und so Warmwasser und Heizwärme erzeugen. Das entlastet andere Heizsysteme und spart Energiekosten.

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