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Schockstarre auf dem Bau im Januar 2023

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist der Auftragseingang preisbereinigt um 21 Prozent, im Wohnungsbau - angesichts der rückläufigen Baugenehmigungen - sogar um 32,7 Prozent eingebrochen. Die rückläufigen Aufträge des Vorjahres haben sich im Januar auch auf die Umsätze ausgewirkt, die im gesamten Bauhauptgewerbe um real 8,3 Prozent zurückgegangen sind. Dies werde sich in den kommenden Monaten fortsetzen, schließlich klagt aktuell schon jedes vierte Bauunternehmen über Auftragsmangel.

„Die Investoren treten zu Jahresbeginn auf die Bau-Bremse. Die starken Preis- und Zinssteigerungen haben die Verunsicherung weiter verstärkt. Wir hoffen, dass sich die Schockstarre bald löst, unsere Auftragsbestände werden nicht mehr lange reichen, um die Bauunternehmen auszulasten. Dabei ist der Bedarf an Wohn-, Energie- und Verkehrsinfrastrukturen so groß wie nie.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer der Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, die Konjunkturindikatoren für das Bauhauptgewerbe. „Der Bau wird gebraucht, heute und in Zukunft. Deshalb ist es regelrecht absurd, dass vereinzelt Bauunternehmen aufgrund schwindender Aufträge überlegen müssen, ihr Personal in Kurzarbeit zu schicken.“ Laut der Bundesagentur für Arbeit hätten im Februar 395 Unternehmen des Baugewerbes für 2.660 Personen Kurzarbeit angezeigt, im Februar 2022 sei dies nicht notwendig gewesen.

Nicht nur Wohnungsbau betroffen

Müller: „Nicht nur der Wohnungsbau ist betroffen, auch der Straßenbau ist mit einem deutlichen Orderminus von real 24,3 Prozent ins neue Jahr gestartet, nach einem Minus von bereits 6,1 Prozent im Gesamtjahr 2022. Öffentliche Auftraggeber können angesichts der Preissteigerungen bei gleichen Haushaltsbudgets immer weniger investieren. Dabei haben die Bauunternehmen lediglich die gestiegenen Material- und Energiekosten weitergegeben.“ Schließlich läge der Anteil des Materialverbrauchs am Bruttoproduktionswert im Straßenbau bei überdurchschnittlichen 26 Prozent und der Preis für Bitumen sei - trotz des Preisrückgangs seit Sommer vergangenen Jahres - im Jahresdurchschnitt 2022 um 39 Prozent gestiegen.

„Öffentliche Investitionen müssen endlich den gestiegenen Kosten angepasst werden. Und damit wir mit Deutschlandgeschwindigkeit bauen können, muss zudem der Koalitionsstreit zur Planungsbeschleunigung beigelegt werden. Die Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft müssen sich auf intakte Straßen, Schienen und Energienetze verlassen können. Sonst schadet die Politik dem Standort Deutschland“, betonte Müller. Die Straße bleibe dabei Verkehrsträger Nummer 1, allein deshalb, da das Bahnnetz verdoppelt werden müsste, um nur zehn Prozent der Straßengüterverkehre auf die Schiene zu verlagern. Mehr noch: Mit kaputten Straßen lasse sich auch der Ausbau von Windenergie nicht erreichen. „Unsere Schwerlasttransporte kommen kaum noch über Deutschlands Brücken“, erklärte Müller.

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