Direkt zum Inhalt
Anzeige
Anzeige
Anzeige
haustec.de
Das Fachportal für die Gebäudetechnik
Ad placeholder
Anzeige
haustec.de
Das Fachportal für die Gebäudetechnik
Ad placeholder
Print this page

Lademarkt Deutschland: Mehr Ladevorgänge, aber große regionale Unterschiede

Symbol um den Artikel auf die Merkliste zu setzen

Die öffentliche Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Deutschland wächst – und wird zunehmend genutzt. Im zweiten Halbjahr 2025 flossen hochgerechnet 909 Gigawattstunden Strom durch öffentliche Ladesäulen, wie der Datenanbieter elvah in seinem aktuellen Lademarkt-Report analysiert. Doch hinter den bundesweiten Zahlen verbergen sich deutliche regionale Unterschiede.

Die Karte zeigt führende Betreiber & Netzwerke in den Bundesländern (Quelle: elvah Lademarktreport II.2025)

Hamburg führt bei der Nutzung, NRW bei der Menge

Gemessen an den absoluten Ladevorgängen bleibt Nordrhein-Westfalen mit rund 7,14 Millionen Ladevorgängen der größte Markt, gefolgt von Bayern mit 6,8 Millionen und Baden-Württemberg mit 5,6 Millionen. Pro Einwohner ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Hamburg liegt mit 0,67 Ladevorgängen pro Kopf deutlich an der Spitze – weit über dem Bundesdurchschnitt von 0,39. Ein Grund dürfte die zunehmende Elektrifizierung von Taxi- und Carsharing-Flotten sein, begünstigt durch das seit Januar 2025 geltende Verbot neuer Verbrenner-Taxis.

Bayern (0,51) und Baden-Württemberg (0,49) folgen auf den Plätzen. Berlin liegt trotz seiner Bevölkerungsdichte nur im Bundesdurchschnitt – punktet aber beim Ausbautempo: Die Zahl der aktiven Schnellladepunkte wuchs dort innerhalb von sechs Monaten um 28,7 Prozent.

Ostdeutschland holt beim Ausbau auf

In den ostdeutschen Bundesländern liegt die Nutzung öffentlicher Ladepunkte zwar noch unter dem westdeutschen Niveau, doch die Infrastruktur wächst dort besonders dynamisch. Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete bei AC- und HPC-Ladepunkten ein Wachstum von jeweils rund 27 Prozent in nur sechs Monaten. In Sachsen-Anhalt stieg die Zahl der aktiven Schnellladepunkte um 24 Prozent. Auch im Westen gibt es Aufholer: Im Saarland wuchs der HPC-Bestand um 28,2 Prozent.

Schnellladen gewinnt an Bedeutung

Erstmals holt die Auslastung der Schnellladeinfrastruktur gegenüber dem Ausbau auf – ein Zeichen dafür, dass der Markt in eine neue Phase eintritt. Im HPC-Segment über 130 kW bleibt EnBW in 14 von 16 Bundesländern Marktführer. Aral Pulse und Ionity halten ihre Positionen stabil, während Shell Recharge und die Pfalzwerke Anteile hinzugewinnen. ALDI Süd, Fastned und E.ON Drive Infrastructure verlieren dagegen Marktanteile.

Der AC-Markt bleibt kleinteiliger und regional geprägt. Neben dem Aggregator vaylens spielen lokale Versorger wie die Berliner Stadtwerke oder die Stadtwerke Düsseldorf eine wichtige Rolle. Neu in den Top 10 der AC-Betreiber sind ChargePoint Germany und eze.network.

Vom Ausbau zur Auslastung: Daten werden zum Wettbewerbsvorteil

Mit der wachsenden Zahl an E-Fahrzeugen verschiebt sich der Fokus im Lademarkt: Nicht mehr allein die Zahl neuer Ladepunkte entscheidet über den Erfolg, sondern deren Auslastung und Standortqualität. „Ausbau allein reicht nicht mehr", sagt Ceren Ahiska, Chief Product Officer bei elvah. „In der nächsten Marktphase gewinnt, wer Infrastruktur nicht nur baut, sondern datenbasiert versteht, steuert und aktiviert." Zunehmend setzen Betreiber auf gezielte Preisaktionen und regionale Kampagnen, um Auslastung und Wirtschaftlichkeit zu steigern.

Hier finden Sie den vollständigen elvah-Report II.2025 zum Download.

Anzeige
haustec.de
Das Fachportal für die Gebäudetechnik
Ad placeholder