Cybersicherheit ist der neue Brandschutz

Die Heizungssteuerung meldet sich per App, die Warmwasserbereitung wird über WLAN konfiguriert, und der Servicetechniker greift per Fernwartung auf alle Komponenten zu. Was den Gebäudebetrieb erleichtert, macht ihn auch angreifbar. Effektive Hacks lassen sich nicht nur in großer Zahl zugleich ausführen, sondern sind überdies immer schwerer zu erkennen. Der zunehmende Einsatz von KI und die Verfügbarkeit von Schadsoftware im Darknet erleichtern automatisierte und personalisierte Angriffe.
Manipulierte Sicherheitstechnik ist besonders problematisch. Wo die Außerbetriebsetzung erst bei Anforderung der Funktion auffällt, ist es oft zu spät. Statt Anlagen direkt abzuschalten, manipulieren Angreifer mitunter graduell einzelne Parameter, verschieben Regelkurven oder verändern Sollwerte.
Dadurch bekommen Mängel bei der Cybersicherheit eine ebenso große Bedeutung wie Mängel beim Brandschutz. Denn sie gefährden die Sicherheit von Menschen, Sachwerten und der Umwelt oder stören teils die Betriebsabläufe. Besonders in vernetzten Gebäuden und Anlagen sind IT-Sicherheit und physische Sicherheit nicht mehr voneinander zu trennen – Schwachstellen im digitalen System können reale Schäden verursachen. Deshalb ist ein ganzheitlicher Schutzansatz erforderlich, der technische, organisatorische und personelle Maßnahmen integriert.
