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E-Handwerke in der Krise: Geschäftsklimaindex fällt auf tiefsten Stand seit 15 Jahren

Die Stimmung in Deutschlands größtem Ausbau- und Klimahandwerk trübt sich weiter ein. Das zeigt die Frühjahrskonjunkturumfrage 2026 des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) unter 1.641 Innungsbetrieben. Der Geschäftsklimaindex sank von 68,8 Punkten im Herbst 2025 auf nur noch 65,6 Punkte – der niedrigste Wert einer regulären ZVEH-Konjunkturerhebung seit 2010. Nur noch 44,9 Prozent der befragten Betriebe bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut, während der Anteil derjenigen mit schlechter Bewertung von 10,0 auf 13,7 Prozent stieg.

„Der konjunkturelle Abwärtstrend bei unseren Innungsbetrieben hat sich leider verstetigt, da wichtige Impulse ausbleiben", sagt ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser. Die allgemeine Wirtschaftskrise in Deutschland schlägt damit voll auf die Elektrohandwerke durch.

Erneuerbare Energien und Neubau als Sorgenkinder

Ein wesentlicher Grund für die Verschlechterung: Wichtige Geschäftsfelder schwächeln gleichzeitig. Der Neubau-Bereich erholt sich nur schleppend, und auch das Segment Erneuerbare Energien verliert weiter an Dynamik. Die Umsatzanteile sanken in allen drei zentralen Feldern – Neubau (von 12,3 auf 11,9 Prozent), Sanierung (von 21,1 auf 20,6 Prozent) und Erneuerbare Energien (von 7,3 auf 6,8 Prozent).

Neuhäuser kritisiert den Kurs der Bundesregierung deutlich: Ob beim schleppenden Umstieg auf Elektromobilität, beim Ausbau erneuerbarer Energien oder bei einem konsequenten CO₂-Preis statt Klein-Klein, Regulierung und Verboten – es fehle eine klare Handschrift in der Energiepolitik. „Wer Wirtschaft und Energiewende gegeneinander ausspielt, hat nicht verstanden, dass die Energiewende ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist", so der ZVEH-Hauptgeschäftsführer. Die Folge sei Verunsicherung bei Investoren in für die E-Handwerke entscheidenden Geschäftsfeldern.

Fachkräftemangel trifft auf sinkende Einstellungsbereitschaft

Auch der Arbeitsmarkt im Elektrohandwerk zeigt Warnsignale. Obwohl der Fachkräftebedarf absehbar hoch bleibt, liegt die Einstellungsbereitschaft mit 46,0 Prozent erneut unter der 50-Prozent-Marke. Gleichzeitig schrumpfen die Belegschaften: Nur noch 14,0 Prozent der Betriebe verzeichneten in den letzten sechs Monaten einen Mitarbeiterzuwachs, während 19,2 Prozent Personal abbauten. Die Auftragspolster werden dünner – 13,7 Prozent der Betriebe verfügen nur noch über Aufträge für maximal zwei Wochen.

Der Blick in die Zukunft fällt gespalten aus: Zwar erwarten 17,1 Prozent der Betriebe eine Verbesserung der Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten. Doch mit 22,2 Prozent rechnet ein noch größerer Anteil mit einer weiteren Verschlechterung. Neuhäuser appelliert an die Politik: „Wir brauchen endlich klare energie- und klimapolitische Leitplanken, damit Wirtschaft und Verbraucher planen können."

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