Direkt zum Inhalt
Anzeige
Anzeige
Anzeige
haustec.de
Das Fachportal für die Gebäudetechnik
Ad placeholder
Anzeige
haustec.de
Das Fachportal für die Gebäudetechnik
Ad placeholder
Print this page

Krank und unzufrieden zur Arbeit: So geht es Angestellten im Schichtbetrieb

In der internationalen Studie "State of the Deskless Workforce" beleuchtet das schwedische SaaS-Unternehmen Quinyx die Ängste, Sorgen und auch die Wünsche von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Dienstleistungsbetrieben mit Schichtsystem.

Die Ergebnisse machen deutlich, wie groß der Nachholbedarf in Sachen Mitarbeiterzufriedenheit in Branchen wie dem Einzelhandel, dem Gesundheitswesen, der Logistik, der Gastronomie und der Hotellerie ist. Angestellten in Deutschland sind vor allem eine ausgeglichene Work-Life-Balance sowie flexiblere Schichtpläne zur Optimierung der Freizeit und zur besseren Erholung wichtig.

Hohe Erwartungen an die Flexibilität der Angestellten

Aus den Zahlen der Studie geht hervor, dass viele Manager hierzulande eine hohe Erwartung an die Erreichbarkeit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben: 85 Prozent werden regelmäßig von ihren Vorgesetzten außerhalb der Arbeitszeit via Anruf, Kurznachricht oder E-Mail kontaktiert - auf ihren privaten Geräten.

Zusätzlich opfern Angestellte im Schichtdienst ihr Privatleben zugunsten unflexibler Schichtpläne und verzichten so auf wertvolle Erholungszeit: Während 64 Prozent regelmäßig auf persönliche Ereignisse wie Sport und andere Aktivitäten verzichten, hat jeder zweite Befragte schon ein wichtiges Familienereignis, wie eine Taufe, Hochzeit oder Beerdigung verpasst, da der Dienstplan zu unflexibel gewesen ist. 37 Prozent versäumen sogar Weiterbildungen und nehmen so in Kauf, Aufstiegschancen zu versäumen.

Ein Grund dafür ist auch die schlechte Kommunikation zwischen Managern und Angestellten. 28 Prozent der Befragten geben an, dass mangelnde Kommunikation bzw. eine zu späte Ankündigung ihres Schichtplans ihre Work-Life-Balance beeinträchtigt. Dennoch sprechen 38 Prozent der Befragten das Thema Schichtplan oder Arbeitszeiten allgemein gegenüber ihren Vorgesetzten nicht oder nur sehr ungern an.

Auswirkungen von COVID-19 auf den Einzelhandel

Der Einzelhandel hat in den vergangenen Wochen sehr ambivalente Situationen erlebt: Während die meisten Läden geschlossen waren und Angestellte um ihre Arbeitsplätze bangten, kam es in der Lebensmittelversorgung und anderen Geschäften des täglichen Bedarfs zu einer starken Überlastung der Beschäftigten.

Wie überraschend die COVID-19-Pandemie diese Branche überrollt hat, zeigt sich auch darin, dass jeder vierte Befragte angibt, dass der jeweilige Arbeitgeber sich nur unklar zur Unternehmensstrategie geäußert hat. Darüber hinaus ist ebenfalls jeder vierte Arbeitnehmer nicht überzeugt, vom Arbeitgeber ausreichend geschult worden zu sein, um während der Krise effizient arbeiten zu können.

Auch Flexibilität ist ein wichtiges Thema: Fast ein Drittel der Befragten (31 Prozent) zieht flexible Arbeitszeiten einer Gehaltserhöhung vor.

Geringe Flexibilität und wenig Anerkennung

Auch fürchtet einer von fünf Angestellten in allen befragten Branchen um seinen Job, wenn sie oder er um eine Anpassung des Schichtplans mit Blick auf die eigenen Bedürfnisse bittet (20 Prozent). Die gleiche Menge an Befragten nimmt aus diesen Gründen Überstunden in Kauf.

22 Prozent gaben an, noch zusätzlich einem Neben- oder Minijob nachzugehen, um ungenügendes Einkommen im Hauptberuf auszugleichen. Als logische Konsequenz fühlen sich zwei von drei Angestellten nicht ausreichend wertgeschätzt - eine Zahl, die während der bundesweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus umschwenkte: Durch eine stärkere Kommunikation in den Teams und vonseiten des Managements gaben 75 Prozent der Befragten an, sich von ihren Vorgesetzten wertgeschätzt zu fühlen.

70 Prozent der Befragten in Deutschland gingen krank zur Arbeit, am häufigsten trifft das auf die Generation der Baby-Boomer zu (83 Prozent). Auch während der Kontaktbeschränkungen (Zeitraum der Befragung: 18.4.20 bis 14.5.20) gingen 24 Prozent der Angestellten trotz Krankheit ihrer Beschäftigung nach, obwohl die Möglichkeit einer Corona-Infektion bestand. 

37 Prozent der Befragten in Deutschland gaben an, dass sie dieses Risiko eingegangen sind, weil es niemanden gab, der die Schicht übernommen hätte, weitere 33 Prozent, dass sie das Geld zum Bestreiten des Lebensunterhalts benötigten.

Mit dem Ausbruch des Coronavirus ergaben sich besonders für die Angestellten im Schichtdienst neue Herausforderungen, denn Arbeiten von Zuhause aus ist für diese Branchen unmöglich. Und während weite Teile der Belegschaften in Kurzzeitarbeit geschickt wurden und dadurch sowie durch gekürzte Schichten zum Teil erhebliche Lohneinbußen hatten, arbeiteten 20 Prozent der Befragten mehr als 40 Stunden pro Woche.

"Die Studie belegt die hohe Relevanz der flexiblen Schichtplanung und Mitarbeiterkommunikation im Dienstleistungssektor - und dass es hier enormes Optimierungspotenzial gibt", so Maximilian Thost, Country Manager DACH von Quinyx. "Beide Faktoren sind zentral für die Zufriedenheit der Angestellten und ihre Work-Life-Balance. Insbesondere die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig eine flexible Schichtplanung zudem für die Gewährleistung der Gesundheit von Kundinnen und Kunden sowie der Mitarbeiter ist."

Sie suchen einen Job in der Gebäudetechnik? Unser Partnerportal www.gebäudehelden.de hilft Ihnen weiter.

Anzeige
haustec.de
Das Fachportal für die Gebäudetechnik
Ad placeholder