Was ist ein Worst Performing Building?

Die Kategorie Worst Performing Building beschreibt die energetisch schlechtesten 25 Prozent der Gebäude in Deutschland. Sowohl Wohn- als auch Nichtwohngebäude können diese Einstufung erhalten. Die Zuordnung erfolgt entweder anhand eines gültigen Energieausweises oder durch das Baujahr in Kombination mit dem energetischen Zustand der Außenwand.
Der Energieausweis wird von zertifizierten Energieberatern, Architekten oder Ingenieuren erstellt. Eigentümer von Gebäuden oder Wohnungen erhalten ihn, insbesondere bei Verkauf, Vermietung oder Sanierung.
Kriterien zur Klassifizierung von WPB
Kriterien anhand des Energieausweises
• Wohngebäude: Ein Energieausweis der Klasse H oder – bei älteren Ausweisen (vor 2014) ohne Klassifizierung – ein Endenergie-Wert von mindestens 300 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.
• Nichtwohngebäude: Der Primärenergiebedarf (Energiebedarfsausweis) oder der Endenergieverbrauch Wärme (Energieverbrauchsausweis) muss größer oder gleich dem Höchstwert der jeweiligen Skala sein.
Dabei gilt: Der Energieausweis muss zum Zeitpunkt der Antragstellung gültig sein und den Zustand des Gebäudes vor der Sanierung abbilden.
Kriterien anhand von Baujahr und Zustand
Unabhängig vom Ergebnis der Energiebedarfsberechnung gelten Nichtwohngebäude sowie Wohngebäude mit mehr als 5 Wohneinheiten und zentraler Warmwasserbereitung als WPB, wenn das Baujahr 1957 oder früher ist und das Gebäude im Wesentlichen energetisch unsaniert ist.
„Im Wesentlichen energetisch unsaniert" bedeutet insbesondere:
- Es wurden keine Erweiterungen oder Anbauten nach dem 01.01.1984 vorgenommen, die die Nutzfläche um mehr als 20 % erhöht haben.
- Maßnahmen an einer Außenwand (einschließlich Wärmedämmung), die bis einschließlich 31.12.1983 umgesetzt wurden, sind unschädlich – das Gebäude gilt weiterhin als im Wesentlichen unsaniert.
WPB-Bonus erbringt 10 Prozent zusätzliche Förderung
Die Sanierung eines WPB zu mindestens einem Effizienzhaus 70 EE bzw. Effizienzgebäude 70 EE wird mit einem zusätzlichen Zuschuss von 10 Prozentpunkten gefördert. Der Bonus gilt für folgende Stufen:
Wohngebäude (Effizienzhaus-Stufen)
- Effizienzhaus 40 EE-Klasse, 40 NH-Klasse
- Effizienzhaus 55 EE-Klasse, 55 NH-Klasse
- Effizienzhaus 70 EE-Klasse (Stufe 70 nur mit EE-Klasse förderfähig)
Nichtwohngebäude (Effizienzgebäude-Stufen)
- Effizienzgebäude 40 EE-Klasse, 40 NH-Klasse
- Effizienzgebäude 55 EE-Klasse, 55 NH-Klasse
- Effizienzgebäude 70 EE-Klasse (Stufe 70 nur mit EE-Klasse förderfähig)
Der WPB-Bonus lässt sich mit der Erneuerbare-Energien-Klasse (EE-Klasse), der Nachhaltigkeits-Klasse (NH-Klasse) und dem Bonus für serielle Sanierung kombinieren. Wichtig: Bei Kombination mit dem Bonus für serielle Sanierung werden beide Boni zusammen auf maximal 20 Prozent begrenzt.
Die Förderung erfolgt – abhängig von der Gebäudeart und der antragstellenden Person beziehungsweise Organisation – über folgende KfW-Förderprodukte:
- KfW-Kredit 261 für Wohngebäude,
- KfW-Kredit 263 für Nichtwohngebäude,
- KfW-Kredit 264 für Wohn- und Nichtwohngebäude von Kommunen sowie
- KfW-Zuschuss 464 für Wohn- und Nichtwohngebäude von Kommunen.
In den Kreditprogrammen erhöht der WPB-Bonus den Tilgungszuschuss um 10 Prozentpunkte. Im kommunalen Zuschussprogramm 464 erhöht er den Investitionszuschuss entsprechend um 10 Prozentpunkte.
Fachliche Begleitung durch Energieeffizienz-Experten
Die Beantragung der Förderung setzt eine professionelle Energieberatung voraus. Nur Energieeffizienz-Experten, die in der Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) registriert sind, dürfen die Maßnahmen begleiten. Für diese Baubegleitung ist eine zusätzliche Förderung erhältlich.
Ziel der Förderung
Die Einführung des WPB-Bonus zielt darauf ab, den Sanierungsstau in Deutschland aufzulösen und die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen. Laut Dena-Gebäudereport sind rund vier Millionen Heizungen in Deutschland älter als 30 Jahre, und ein Großteil des Gebäudebestands weist erhebliche energetische Defizite auf. Durch die gezielte Förderung besonders ineffizienter Gebäude soll die Sanierungsquote gesteigert und der CO₂-Ausstoß im Gebäudesektor reduziert werden.
Zusammenfassung
Die neue WPB-Kategorie bietet Eigentümern die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung gezielt für die Sanierung besonders ineffizienter Gebäude zu nutzen. Energieeffizienz-Experten spielen dabei eine zentrale Rolle, sowohl bei der Klassifizierung eines Gebäudes als WPB als auch bei der Planung und Umsetzung der Maßnahmen. Gebäudeenergieberater sind somit ein wichtiger Partner, um die energetische Modernisierung von Immobilien voranzutreiben und die Klimaschutzziele zu erreichen.

