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ZDH: Handwerks-Azubis brauchen Grundkompetenzen

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Die am 8. September 2026 veröffentlichte neue PISA-Studie bringt für Deutschland das schlechteste Ergebnis seit Beginn der Erhebung – und ruft das Handwerk auf den Plan. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) warnt, dass fehlende Grundkompetenzen von Schulabgängerinnen und -abgängern den Start ins Berufsleben zunehmend gefährden.

Was die aktuelle PISA-Studie zeigt

Die Ergebnisse sind ernüchternd: Die Leistungen der 15-Jährigen in Deutschland fallen in Mathematik, beim Lesen und in den Naturwissenschaften so schlecht aus wie nie zuvor. Konkret erreicht jeder dritte 15-Jährige beim Lesen und in Mathematik nicht das grundlegende Kompetenzniveau, in den Naturwissenschaften ist es ungefähr jeder Vierte. Die Leistungen liegen damit in allen drei Bereichen so niedrig wie noch nie seit Beginn der PISA-Studien vor 25 Jahren.

Der Negativtrend ist nicht neu: Seit 2015 sinken die Leistungen kontinuierlich. In Mathematik erreichten die Jugendlichen damals noch mehr als 500 PISA-Punkte. Heute sind es 464.

Besonders die Lesefähigkeit bereitet der OECD Sorgen, denn Lesen ist die Grundlage für fast alles weitere Lernen. Wer eine Textaufgabe in Mathematik nicht versteht, kann sie auch nicht lösen. Als ein deutsches Kernproblem gilt zudem die soziale Herkunft: Der Bildungserfolg hängt nach wie vor häufig davon ab, aus welcher Familie ein Kind kommt. Die Unterschiede zwischen sozial privilegierten und benachteiligten Jugendlichen sind seit 2015 sogar größer geworden.

Die Reaktion des Handwerks

Für das Handwerk bestätigen die Zahlen eine langjährige Erfahrung aus den Ausbildungsbetrieben. „Zu viele junge Menschen verlassen die Schule ohne die Grundkompetenzen, die für eine gelingende Ausbildung nötig sind“, erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. Genau die geprüften Fähigkeiten – Lesen, Rechnen und naturwissenschaftliches Verständnis – bräuchten Auszubildende, um im Handwerk Fuß zu fassen. Wo sie fehlten, stocke der Lernprozess von Beginn an, und die Betriebe müssten aufwendig nachsteuern.

Hinzu kämen laut ZDH Passungsprobleme, etwa durch falsche Vorstellungen vom Ausbildungsberuf oder fehlende Mobilität und fehlenden Wohnraum. Das Handwerk übernehme Verantwortung für die berufliche Zukunft junger Menschen – diese Aufgabe gelinge jedoch nur, wenn die Schulbildung ein tragfähiges Fundament lege.

Forderungen an Bund und Länder

Der ZDH fordert eine bessere und flächendeckende Berufsorientierung an allen Schulformen sowie den flächendeckenden Einsatz von Diagnosesystemen, um fehlende Grundkompetenzen frühzeitig zu erkennen und noch vor dem Schulabschluss gegensteuern zu können. Kritisch sieht der Verband das vom Bundeswirtschaftsministerium angekündigte Auslaufen des Programms „Passgenaue Besetzung und Willkommenslotsen“ Ende 2027 und appelliert an die Politik, dieses und weitere Unterstützungsstrukturen wie die „Assistierte Ausbildung“, das Mentorenprogramm VerAplus und die Einstiegsqualifizierung dauerhaft zu sichern.

Schwannecke: „Wer heute in Grundkompetenzen und bewährte Unterstützungsstrukturen investiert, sichert jungen Menschen und Betrieben eine verlässliche Perspektive und trägt zu einer erfolgreichen Fachkräftesicherung bei.“

Quellen: tagesschau.de, ZDH

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