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Trockenbau im Bad planen und bauen

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Als Trockenbau werden Konstruktionen bezeichnet, die raumbegrenzende, bauteilbekleidende und dekorative Funktionen für Wand, Decke und Boden einnehmen. Der Trockenbau grenzt sich dadurch von Konstruktionsarten wie den Betonbau oder den Lehmbau ab. Ende der 70er- und Anfang der 80er-Jahre gelang der Trockenbauweise in Deutschland den Durchbruch und ist heute in der Raumgestaltung aus dem Wohnungsbau kaum noch wegzudenken.

Besonders im Bad hat sich die Trockenbauweise als bevorzugte Konstruktion für den Ausbau durchgesetzt. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Vorteile der Trockenbau im Bad als Gestaltungs- und Funktionselement einnimmt, wie er die Barrierefreiheit im Bad unterstützt und was Sie beim Schallschutz und Brandschutz beachten müssen. In unseren Praxisbeispielen wird außerdem beschrieben, wie das Planen und Bauen von Trockenbau im Badezimmer in zwei Szenarien aussieht. 

Der Trockenbau als Gestaltungs- und Funktionselement im Bad

Die Trockenbauweise ist in der Raumgestaltung mit speziellen und robusten Metallprofilen und Gipskartonplatten aus dem Wohnungsbau kaum noch wegzudenken. Ob privates Badezimmer oder öffentlicher Sanitärraum: Sie verfügen fast durchweg über ein „trockenes Profil“. Speziell das private Badezimmer – vom funktionellem Raum bis hin zum Luxusbad und Badetempel – kann durch die Trockenbauweise in verschiedene Funktionsbereiche aufgeteilt werden.

Das ist bedingt auch mit Nassbauelementen möglich. Diese erfordern jedoch einen höheren Zeitaufwand durch das Mauern und münden in mehr Schmutz bei der Sanierung oder Modernisierung. Nicht von ungefähr hat die Trockenbautechnik als Einzelelementmontage (mit stabilem Rahmen) oder als Trockenbaumontagesystem (mit einem stabilen Grundgerüst) ihren festen Platz in der Gebäudetechnik gefunden. Dazu addiert sich als Metallständerwandkonstruktion ein zunehmender Marktanteil im Wohnungsbau. Bei dieser Ausbaumethode wird aus der Vorwand- eine Inwandtechnik, da die Elemente flächenbündig in die Metallständer integriert werden.

Der Gestaltung beim Bäderbau sind mit kompletten Trockenbausystemen kaum noch Grenzen gesetzt.

Eine Trockenbauwand ist schneller und günstiger gefertigt

Bei der Trockenbauwand spielen die flexiblere und leichtere Bauweise im Vergleich zu einer gemauerten Wand sowie die kostengünstige Bauausführung eine wichtige Rolle. Im privaten Bereich kommen Trockenbauelemente meistens als Einzelinstallation (WC, WT etc.) vor einer Massivwand zum Einsatz. Die Rahmen der Elemente können direkt beplankt werden. Für besondere Anwendungen halten einige Hersteller auch Bausätze für die Nischen- oder Eckmontage vor.

Trockenbaumontagesysteme für das moderne, individuelle Badezimmer mit Raumlösungen überzeugen durch ihre stabile, geprüfte Konstruktion und die guten Schallschutzeigenschaften. Dabei ist die Gewährleistung eindeutig durch einen Hersteller, und damit Ansprechpartner, definiert. Durch den kontinuierlichen Baustellenablauf – alles aus und in einer Hand – sichern sie dem ausführenden Betrieb eine hohe Wertschöpfung.

Trockenbau im Bad ermöglicht eine flexible Gestaltung

Mit den Komplettsystemen in der Trockenbauweise lassen sich selbst halbhohe, freistehende Raumteiler ohne großen Aufwand realisieren. Eckbadewannen lassen sich ebenso problemlos integrieren wie Eck-WCs. (Vor-)Wände bilden aber auch einen idealen Rahmen für einen bodengleichen Duschbereich. Selbst Raum-in-Raum-Lösungen sind möglich.

Alle Installationen verschwinden körperschallentkoppelt hinter der Vorwand. In der Regel besteht das Grundgerüst aus einem profilierten Vierkantstab, der über spezielle Verbindungen fest im Boden, an der Wand oder auch an Holzbalken in der Dachschräge verankert wird. 

Das barrierefreie Bad lässt sich fast nur mit Trockenbau realisieren.

Trockenbau im barrierefreien Bad

Gerade beim privaten Badezimmer, das sich flexibel auf die sich ändernden Lebensumstände seiner Benutzer anpassen lässt, führt kein Weg an der trockenen Ausbaumethode vorbei. 

Barrierefreie Badezimmer lassen sich tatsächlich in Nassbautechnik so gut wie gar nicht realisieren, da barrierefreie WC-Elemente in dieser traditionellen Technik bei den Herstellern gar nicht verfügbar sind. Nassbau schließt auch den Einsatz von höhenverstellbaren WCs oder Waschtischen aus, sie gibt es nur als Trockenbauelemente.

Trockenbau erfüllt die Vorgaben der DIN 18040-2

Laut der DIN 18040-2 müssen Wände so ausgeprägt sein, dass ohne großen Mehraufwand Stütz- und/oder Haltegriffe nachgerüstet werden können. Dies kann durch den Trockenbau einfach erfüllt werden und Planer und Handwerk tun sich gut daran, Einzelelemente oder Montagesysteme zu berücksichtigen, damit die integrierten Befestigungsplatten den auftretenden Kräften standhalten können. 

Ebenfalls zu berücksichtigen sind UP-Dosen und Leerrohre, damit später eine elektrische WC-Auslösung – in der Wand oder als Taster im Stütz-Haltegriff – installiert werden kann.

Fast unendlich groß ist die Auswahl bei den WC-Betätigungsplatten. Sie sind, als einzig sichtbares Teil der Vorwandinstallation nach Fertigstellung, das Differenzierungsmerkmal schlechthin. Der Kunde kann unter einer Vielzahl von Formen und Farben sowie Farbkombinationen und unterschiedlichen Materialien auswählen. 

Schallschutz

Entspannung, Erholung, Komfort, Ruhe und ein gewisses Mindestmaß an Privatsphäre sind die wesentlichen Grundbedürfnisse, die Bewohner an ihr Zuhause (Wohnung oder Haus) stellen. 

Besonders der Schallschutz, als Schild vor äußeren und inneren Geräuschen, ist von erheblicher Bedeutung für die Wohn- und damit Lebensqualität. Erhöhter Schallschutz ist also ein wichtiges Komfort-Qualitätsmerkmal, das gilt auch für alle von der Gebäudetechnik ausgehenden Geräusche, wie eben die Vorwandtechnik.

Die DIN 4109:2016-07 (Schallschutz im Hochbau) legt die Mindestanforderungen an die schalldämmenden Bauteile fest, die bauaufsichtlich verbindlich sind. Wird erhöhter Schallschutz nach den in der VDI-Richtlinie 4100 definierten Schallschutzstufen (SSt I, II und III) vereinbart, muss dies bereits in der Planung berücksichtigt werden.

Nutzergeräusche, wie das Öffnen und Schließen von Toilettensitzen, werden in allen Schallschutzstufen nicht berücksichtigt, da diese messtechnisch nicht reproduzierbar sind. Sie sind planerisch so weit wie möglich zu mindern. Betätigungsgeräusche wie das Auslösen einer WC-Spülung oder der Geräuschpegel einer Duschwanne werden aber durchaus in den Schallmessungen nach VDI 4100 mit einbezogen.

Brandschutz 

Die Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz sind in den jeweiligen Landesbauordnungen enthalten. In der DIN 4102 „Brandschutzverhalten von Baustoffen und Bauteilen“ ist die Klassifizierung enthalten und die Prüfbedingungen sind festgelegt. Baustoffe werden in nichtbrennbare (A) und brennbare (B) Materialien eingeteilt.

Das Brandverhalten von Bauteilen wird durch Feuerwiderstandsklassen definiert. Werden an Wände mit Einbauteilen, zum Beispiel mit vorgefertigten Installationselementen, Brandschutzanforderungen gestellt, so ist die Feuerwiderstandsklasse der Wand einschließlich der Einbauteile nachzuweisen. Ein mögliches Einsatzgebiet einer kompletten Brandschutzwand ist ein Krankenhaus, wenn die Vorwandinstallation an einen Rettungsweg angrenzt.

Praxisbeispiele: Trockenbad im Bad planen und bauen

Um das Planen und Bauen des Trockenbaus im Bad besser zu veranschaulichen, haben wir für Sie zwei Praxisbeispiele zusammengestellt. Im ersten Szenario soll ein Gäste-WC mit einem Hauswirtschaftsraum für die Waschmaschine kombiniert werden, um den Bewohnern das Wäschewaschen zu erleichtern. Im zweiten Szenario wird einem großen Badezimmer durch Trockenbauelemente Struktur gegeben. 

Praxisbeispiel 1: Komfortbad trotz Waschmaschine 

Ausgangslage:

Ein Ehepaar bewohnt eine Eigentumswohnung mit zwei Sanitärräumen. Das Hauptbad besteht aus einer Badewanne, Waschtisch und WC. Im Gäste-WC befindet sich eine Dusche mit einer Abmessung von 80 x 80 cm. 

Aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Wohnungseigentümer möchten diese ihre Waschmaschine aus dem Keller in den Bereich der Badezimmer verlegen. Dadurch sollen sowohl der Wohnkomfort als auch die einfachere Zugänglichkeit (und damit auch Barrierefreiheit) gesteigert werden. Das Ehepaar möchte aber trotz der Waschmaschine ein Komfortbad erhalten. 

Es gibt zwei Sanitärräume im Haus. Aus dem Gäste-WC (links) wird die Dusche herausgenommen, an deren Stelle tritt ein integrierter, aber abgetrennter Hauswirtschaftsraum. Das Hauptbad dagegen wird mit einer modernen Duschzone ausgestattet.

Planung: 

Nach einem Gespräch mit dem Ehepaar wird ein Plankonzept vorgelegt. Die Badewanne wurde bisher nur selten von der Bauherrin benutzt. Diese möchte auf die Wanne verzichten, um einen leichteren Zugang zur Waschmaschine zu erhalten. Die Dusche im Gäste-WC wird von den Bauherren als zu klein empfunden. 

Das Planungskonzept sieht daher folgenden Lösungsansatz vor: Aus dem Gäste-WC wird die Dusche herausgenommen und an deren Stelle tritt ein integrierter, aber abgetrennter Hauswirtschaftsraum. Gemäß der aktuellen Bedürfnisse der Bauherren nach mehr Offenheit und Großzügigkeit wird im Hauptbad wiederum die Badewanne entfernt und stattdessen eine moderne Duschzone eingebaut. 

Das Ziel ist es, beide Bäder komplett zu renovieren, um eine schöne, elegante Optik, aber auch eine sinnvolle Nutzung zu ermöglichen.

Umsetzung: 

Stehen zwei Räume zur Verfügung, so ist klar, dass der Vorgang „Wäschewaschen“ sicherlich im Zweitbad besser angesiedelt ist. Die Waschmaschine wird daher im Gäste-WC untergebracht: Der Bereich links neben dem Eingang wird mit einer eingangstürhohen Trockenbauwand vom übrigen Raum abgetrennt. Dieser Bereich bildet den neuen „Hauswirtschaftsraum“. 

Damit das Befüllen der Maschine noch komfortabler gestaltet wird, wird ein Sockel integriert, auf dem der Wäschetrockner seinen Platz findet. Durch die Trockenbauweise entstehen im Bad zudem ausreichend Platz für zusätzliche Ablagen, die den Wohnkomfort erhöhen. 

Gästebad (plus Waschmaschine): Die neue Vorwand mit Unterputzspülkasten wird über Eck weiter gearbeitet, sie bietet in diesem Fall zusätzlichen Komfort in Form einer integrierten Geruchsabsaugung.

Der neue Bereich wird mit einer Tür abgetrennt, die sich bündig an die eingestellte Trockenbauwand anschließt. Zur Option für die Tür stand eine Holztür, die passend zur Wandfarbe gestrichen werden konnte und damit optisch verschwand. Die Bauherren entschieden sich im Nachhinein für eine lackierte Glastür, passend zum Waschmöbel. 

Auf der anderen Seite der Trockenbauwand kann sich das Wand-WC nun vor Einblicken von der Tür aus verstecken und bietet mehr Privatsphäre. Die Vorwand mit Unterputzspülkasten wird über Eck weiter gearbeitet. Sie bietet dadurch zusätzlichen Komfort in Form einer integrierten Geruchsabsaugung – damit der Raum auch sauber riecht. 

Weiterhin werden in der langen Vorwand zwei bodennah montierte Wandleuchten mit automatischem Nachtlicht installiert. Ebenfalls als Trockenbau wird im Gäste-WC eine abgehängte Decke eingezogen und mit drei Einbauspots integriert. Diese unterstützen nun die Doppelnutzung des Bads und bieten eine gute Lichtquelle für sowohl die Waschmaschine als auch für den Badbereich. Durch die Trockenbauweise kann die Lichtplanung im Bad flexibel und ästhetisch schön optimiert werden. 

Praxisbeispiel 2: Großes Bad mit Trockenbausystem gestalten

Ausgangslage: 

 Eine Familie hat im Erdgeschoss einen großzügigen Raumzuschnitt von 12 m2 für das neue Badezimmer. Es soll als Gäste-WC, aber auch als täglich genutztes und vollwertiges Familienbad dienen. 

Planung: 

Es ist im Bad genug Platz vorhanden, um alle Ausstattungselemente an den Wänden zu verteilen. Um den Wunsch nach einem ideenreichen Gestaltungskonzept gerecht zu werden, soll ein s-förmiges Trockenbauelement in den Raum hineingestellt werden und eine Struktur vorgeben. 

Der Waschplatz wird frontal darauf platziert. Dahinter erstreckt sich die pflegeleichte Duschzone und in der vorderen Nische befindet sich das Wand-WC in der Nähe der Tür. Diese Platzierung ist dem Umstand geschuldet, dass das Bad auch als Gäste-WC genutzt wird.

Umsetzung: 

 Die Trockenbauwand ist das zentrale Element im Raum und entsprechend gestaltet (Bild 1 in der Bildergalerie). In einer Gesamthöhe von 230 cm wird sie mit den dunkleren Bodenfliesen belegt und fällt optisch ins Auge. Zusätzlich bestimmen beleuchtete Nischen, die mit unterschiedlichen Fliesenformaten gestaltet sind, das Raumbild. Indirektes Licht erstreckt sich über die gesamte Länge der Wandinstallation.

Bei ihr handelt sich um ein Stilelement, das optisch wirkt und zudem technische Anforderungen erfüllt. Im WC-Bereich wird ein Einbaumodul installiert, um WC-Bürste und Toilettenpapier nicht sichtbar bereitzuhalten. Über der schlanken Konsolenanlage mit der darauf platzierten Waschschale aus Naturstein nimmt sie die Wandarmaturen und den Einbau-Spiegelschrank auf, im Duschbereich die Unterputz-Armaturen.

Duschzone mit Saunazugang

In der Duschzone gewährt eine satinierte Glastür den direkten Zugang zur Sauna. Daneben ist der Badheizkörper angebracht und hält angewärmte Handtücher bereit. Die Dusche ist mit Regendusche und verstellbarer Handbrause an einem Handbrausehalter, der in der Neigung zu variieren ist, ausgestattet. In der abgehangenen Decke sind nicht nur das Abluftsystem, sondern auch Deckenleuchten eingebaut (Bild 2 in der Bildergalerie).

Badewannenzone mit Lautsprechern

Die großzügige Badewanne ist an der Kopfseite des Raumes platziert. Die Position des Fensters gewährt einen Blick in den Garten und die leichte Längswirkung des Raumzuschnitts wird dadurch abgemildert. Zusammen mit der angrenzenden Ablage und Sitzfläche, in die die Handbrause versenkt werden kann, nimmt die Badewanne die gesamte Raumbreite ein. Unter der Sitzfläche kann durch die Anbringung eines Auszugkastens zusätzlicher Stauraum geschaffen werden.

Der Untertritt erleichtert das Herantreten an die Badewanne und an das Fenster. Er wird zudem durch das integrierte LED-Band, das den Lichtschein – automatisch gesteuert – über den dunklen Boden fließen lässt, optisch hervorgehoben. Die Front der Badewanne ist mit der Bodenfliese belegt und erhöht diesen Effekt. Ein besonderer Akzent ist allerdings unsichtbar: Unter der Badewanne ist ein Soundsystem mit Bluetooth-Lautsprechern eingelassen, aus denen Musik ertönen kann. Die Musikanlage ist über ein Smartphone zu steuern.

Boden- und Wandfliesen passend abgestimmt

Die großformatige Bodenfliese in Metalloptik unterstützt die lebendige Raumgestaltung. Sie ist nicht nur auf dem Boden, sondern auch an der Front der Badewanne und auf der kompletten Trockenbauwand angebracht. Die Nischen sind hingegen mit Mosaikformaten verfliest. Lediglich der Bereich über der Badewanne bis zur Unterkante des Fensters sowie die linke Seite der Dusche sind mit einer ruhigen, warmen Wandfliese in Vanille matt belegt (Bild 3 in der Bildergalerie). Diese Kombination öffnet die Duschzone optisch und lässt sie nicht beengend wirken. Durch die aufeinander abgestimmten Farben und eine individuelle Dekoration – ein Sonnenuntergang auf der gestrichenen Raumwand ruft Urlaubserinnerungen wach – fühlen sich die Nutzer sehr wohl (Bild 4 in der Bildergalerie).

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