PFAS in Trinkwasser-Installationen: Was eine aktuelle Untersuchung zeigt

Hintergrund: Warum PFAS im Fokus stehen
PFAS umfassen mehr als 10.000 synthetische Verbindungen, die aufgrund ihrer Wasser-, Fett- und Schmutzabweisung sowie ihrer thermischen und chemischen Beständigkeit vielfach eingesetzt werden – auch in Dichtungen, Beschichtungen und Kunststoffen der Sanitärtechnik. Problematisch ist ihre extreme Langlebigkeit: PFAS reichern sich in Umwelt und Organismen an und stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu wirken.
Die EU plant eine weitreichende Beschränkung, die auch Auswirkungen auf die Sanitärbranche haben könnte.
Die Untersuchung im Überblick
Getestet wurden typische Bauteile aus der Trinkwasser-Installation, darunter:
- Rohre und Fittings aus verschiedenen Werkstoffen
- Dichtungen und Schläuche
- Armaturen und Beschichtungen
Die Prüfung erfolgte unter praxisnahen Bedingungen nach anerkannten Migrationsverfahren.
Wichtigste Ergebnisse der PFAS-Untersuchung
- Sehr geringe Migration: In den untersuchten Proben wurden PFAS nur in Spuren oder unterhalb der Bestimmungsgrenze nachgewiesen.
- Grenzwerte deutlich unterschritten: Die gemessenen Werte lagen weit unter den in der neuen Trinkwasserverordnung festgelegten Höchstwerten für PFAS.
- Kein akutes Gesundheitsrisiko: Nach aktuellem Stand geht von zertifizierten Trinkwasser-Installationen keine relevante PFAS-Belastung aus.
Was das für die Praxis bedeutet
Für Fachplaner, Installateure und Energieberater ergeben sich daraus mehrere Handlungsempfehlungen:
- Auf Zertifizierungen achten: Nur Produkte mit DVGW-Zulassung bzw. UBA-Bewertung einsetzen.
- Herstellerangaben prüfen: Zunehmend werden PFAS-freie Alternativen für Dichtungen und Beschichtungen angeboten.
- Regulatorische Entwicklungen im Blick behalten: Die EU-Beschränkung könnte mittelfristig zu Materialumstellungen führen – insbesondere bei fluorhaltigen Elastomeren (z. B. FKM-Dichtungen) und PTFE-Anwendungen.
- Kunden sachlich informieren: Die Untersuchung liefert gute Argumente, um Verunsicherung entgegenzuwirken.
Ausblick
Die Branche steht vor einem Wandel: Hersteller arbeiten bereits an Substitutionslösungen, ohne die bewährten Eigenschaften wie Dichtheit und Langlebigkeit zu opfern. Für die tägliche Arbeit gilt: Fachgerecht geplante und mit zugelassenen Komponenten ausgeführte Trinkwasser-Installationen sind aus PFAS-Sicht unbedenklich.
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