DUH kritisiert geplante Grüngasquote der Bundesregierung

Die Bundesregierung beabsichtigt, ab dem Jahr 2028 eine verpflichtende Beimischung von ”grünen Gasen“ zu Erdgas einzuführen. Laut einem Eckpunktepapier ist vorgesehen, dass die Quote der beizumischenden Gase bei Nichterreichung in einem Folgejahr nachgeholt werden darf. Auch eine geplante Erhöhung der Quote lässt sich bei Bedarf verschieben. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) äußert dazu Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit der Maßnahme.
Mangelnde Verbindlichkeit und Kontrolle
Die DUH kritisiert, dass das geplante System keine wirkliche Verbindlichkeit schafft. Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, bezeichnet das Eckpunktepapier als Beleg für die Planlosigkeit der Bundesregierung. Sie spricht von einem „zahnlosen System“, das selbst eine nachträgliche Nichterfüllung erlaube. Dies zeige, dass die Urheber des Beimischungszwangs selbst nicht an dessen Umsetzbarkeit glauben. Zudem bleibt aus Sicht der DUH unklar, wie die Einhaltung der Vorgaben, insbesondere bei importierten Gasen, kontrolliert werden soll.
”Grünes” Gas: Definitionsprobleme und Mengenmangel
Ein weiterer Kritikpunkt der DUH betrifft die Definition der als "grün" geltenden Gase. Es handele sich um einen „bunten Mischmasch“ vermeintlich ”grüner“ Gase, die als klimaneutral gelten sollen, obwohl bei der Herstellung von Biomethan erhebliche Treibhausgasemissionen entstehen können. Für die Umsetzung fehlten zudem die notwendigen Mengen an ”grünen Gasen und Ölen“, so Metz. Das Konzept erkläre nicht, wie diese „Erfüllungslücke“ geschlossen werden soll.
Kosten für Verbraucher und Alternativforderungen
Die DUH sieht zudem keine Erklärung, wie die Bundesregierung Menschen vor steigenden Heizkosten schützen will, die durch diese Maßnahmen entstehen könnten. Insbesondere Mieter:innen seien den steigenden Kosten ausgeliefert, da sie nicht selbst über ihre Heizung entscheiden können. Aus Sicht der DUH soll ”grünes“ Gas die Gasheizung retten, wobei die Kosten von den Verbrauchern getragen werden und die Gaswirtschaft profitiere.
Die DUH fordert stattdessen, den Einbau neuer Öl- und Gasheizungen zu beenden und klare Vorgaben für den Umstieg auf bezahlbare erneuerbare Wärme zu schaffen. Die knappen ”grünen“ Gase sollten dort eingesetzt werden, wo kaum Alternativen bestehen, vor allem in der Industrie.
