So funktioniert die Auslegung einer Wandheizung

Wohnraum wird in Deutschland überwiegend mit Heizkörpern und Fußbodenheizungen erwärmt. Im Bestand, bei anspruchsvollen Renovierungen oder auf besonderen Kundenwunsch bietet sich auch die Wandheizung an. Im Zuge des verstärkten Einsatzes von Wärmepumpen mit eher niedrigen Vorlauftemperaturen kann es ebenfalls sinnvoll sein, die bestehenden Heizflächen durch eine Wandheizung zu ergänzen.
Vorteile der Wandheizung
- Die Wassertemperatur weicht nur geringfügig von der Raumtemperatur ab. Dieser Umstand kommt Wärmeerzeugern mit niedrigen Vorlauftemperaturen entgegen.
- Die Wandheizung hat keine sichtbaren Heiz-Kühleinrichtungen und bietet somit keine Unfallgefahr, ein Vorteil im Bereich von Kindergärten.
- Es wird keine Reinigung notwendig.
- Es wird nur ein Rohrsystem zum Heizen und Kühlen genutzt.
Ein praktisches Einsatzgebiet ergibt sich in Bädern. Hier reicht die Beheizung mit einer Fußbodenheizung teilweise nicht aus, um eine Erwärmung auf 24 °C zu realisieren. Der Handtuchwärmekörper bringt oft auch nicht die gewünschte Restleistung. Abhilfe schafft dann die Wandheizung. Diese kommt mit den Temperaturen der Fußbodenheizung aus und liefert komfortabel die ausstehende Leistung. Die Auslegung einer Wandheizung vollzieht sich meistens in Anlehnung an die DIN EN 1264 Teil 2 und der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831.
Wie funktioniert Heizen eigentlich?
Um eine Heizfläche auszulegen, sollte man erst einmal wissen, wie das Heizen funktioniert. Heizen geht grundsätzlich nur mit einer Temperatur, die höher als die Raumtemperatur des zu beheizenden Raumes ist.
Wir gehen gedanklich von einer Raumtemperatur in einem Versuchsraum aus, die bei 20 °C liegen soll. Jetzt könnte man Luft mit 21 °C einblasen und würde den Raum damit erwärmen oder nur auf Temperatur halten. Je mehr Luft eingeblasen würde, je höher wäre die Leistung. Die Übertragungsart wäre Konvektion – und in diesem besonderen Fall erzwungene Konvektion wegen des Einblasens.
Man könnte aber auch eine Fläche in diesem Raum auf 21 °C erwärmen und würde dem Raum damit eine Heizleistung zur Verfügung stellen. Je mehr Fläche erwärmt würde, desto höher wäre wiederum die Wärmeleistung. Diese Übertragungsart vollzieht sich mittels Strahlung. Eine Wandheizung als klassische Flächenheizung gibt die Wärme zu einem erheblichen Anteil über Strahlung an den Raum und nur einen geringeren Anteil über freie Konvektion.
Ein wichtiger zweiter Ansatz beim Verständnis für das Beheizen eines Raumes ist die Temperaturkomponente. Wenn ein glühender Metallwürfel mit 70 cm Kantenlänge in den Versuchsraum geschoben wird, so erfährt dieser Raum eine ungleich höhere Heizleistung als wenn der gleiche Würfel nur 21 °C Oberflächentemperatur hätte.
Damit sind die Grundlagen zur Beheizung eines Raumes umrissen.


